Tauschwitz kommt in Bundestag, Brockmann ins „Finale“
Frauenpower bei der CDU-Wahlparty in Bispingen: Die zukünftige Bundestagsabgeordnete Vivian Tauschwitz (Mitte) mit der stellvertretenden Kreisvorsitzenden Steffi Bahr und Soltaus Stadtverbandsvorsitzender Elke Cordes. Foto: vo
Es war ein langer Abend beziehungsweise eine kurze Nacht für Vivian Tauschwitz und letztlich auch für Karsten Brockmann – mit für die Bundestagskandidatin und den Bürgermeisterkandidat in Soltau glücklichem Ausgang.
Für die 30-jährige Bispingerin Tauschwitz hat es am Ende doch gereicht. Sie zieht über die CDU-Landesliste in den Bundestag ein. Ob Platz 10 auf dem Landeswahlvorschlag der Union reichen würde, stand lange Zeit auf der Kippe. Gegen halb zwei am Montagmorgen war es dann Gewissheit. Die Nachricht habe sie nicht aus dem Schlaf gerissen, sagt Tauschwitz am Montagvormittag. „Ich war noch wach.“
Alles hing von der Frage ab, wie viele Parteien im 21. Bundestag vertreten sein werden. Am Ende wurden es fünf. Bei sechs oder sogar sieben hätte es für sie nicht gereicht. Während sich relativ früh abzeichnete, dass die FDP an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern würde, gab es beim anderen „Wackelkandidat“ ein langes Hin und Her bis nach Mitternacht. Am Ende fehlten dem Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) knapp 13450 Voten bei insgesamt 49,5 Millionen gültigen Stimmen bundesweit für den Einzug ins Bundesparlament.
Nach dem vorläufigen Endergebnis der Bundestagswahl – das amtliche stellt der Kreiswahlausschuss am Donnerstagnachmittag fest – wird der Wahlkreis 35 Rotenburg I – Heidekreis in der kommenden Legislaturperiode erstmals seit 2016 bis zum Ausscheiden Reinhard Grindels wieder mit zwei Abgeordneten im Deutschen Bundestag vertreten sein, neben Tauschwitz auch mit Lars Klingbeil (SPD), der den Wahlkreis am Sonntag mit 42,2 Prozent der Erststimmen zum dritten Mal holte.
Bereits etwas früher, um 0.40 Uhr, stand fest, dass Karsten Brockmann (Bürgerunion) als zweiter Kandidat nach Birhat Kaçar (SPD) in die Stichwahl um das Amt des Bürgermeisters in Soltau einziehen wird. Da war der letzte Wahlbezirk mit dem Wahllokal in der Aula des Gymnasiums ausgezählt. Während Kaçar schon relativ früh der Sieg in der siebenköpfigen Bewerberrunde nicht mehr zu nehmen war, zeichnete sich zunächst ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Brockmann und Volker Wrigge um Platz zwei ab. Letztlich trennten den Kandidaten der Bürgerunion und dem der CDU 93 Stimmen.
Die Soltauerinnen und Soltauer sind nun erneut zum Urnengang aufgerufen. Die Stichwahl findet am Sonntag, 9. März, statt. Während sich Kaçar schon am späten Abend zu seinem Einzug ins nächste Level äußerte, erklärte sich Brockmann am gestrigen Morgen: „Ich bin zufrieden. Für mich kam das Ergebnis nicht so überraschend. Aber insgesamt war es eng.“ Er verglich die erste Runde der Wahlentscheidung mit dem Halbfinale mit Elfmeterschießen beim Fußball: „Jetzt freue ich mich auf das Finale.“
Soltau bereitet Urnengang am 9. März vor
Noch in der Wahlnacht wurden die Weichen für endgültigen Entscheidung der Bürgermeisterwahl in Soltau gestellt, wie Gemeindewahlleiter Karsten Lemke erklärte. „Der Druckauftrag für die Wahlzettel ist raus.“ Das sei natürlich erst möglich gewesen, als letztlich gegen 2 Uhr die beiden Bewerber feststanden. Wenn alles gut laufe, würden am Donnerstag die Stimmzettel ausgeliefert und – beim Antrag auf Briefwahl – dann auch verschickt. Die Bürgerinnen und Bürger könnten jetzt bereits aktuell die Briefwahlunterlagen online beantragen. Der Versand werde in die Wege geleitet, sobald die Stimmzettel gedruckt und geliefert seien.