Zuschuss soll medizinische Versorgung sicherstellen
Soltau. Das ist eine positive Nachricht für das Heidekreis-Klinikum (HKK) und speziell für seinen Soltauer Standort. Die Klinik gehört zu den zehn Krankenhäusern landesweit, die zur Absicherung der medizinischen Versorgung in ländlichen Regionen jeweils eine Finanzspritze von 400 000 Euro erhalten sollen. Das hat der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen am Montag bekanntgegeben (BZ von Dienstag). Den Hintergrund erläuterte jetzt HKK-Sprecherin Nina Bernard. Grundsätzlich solle der Sicherstellungszuschlag gewährleisten, dass auch in schwach besiedelten Gebieten die Grund- und Regelversorgung durch ein Krankenhaus gesichert wird.
Als „schwach besiedelt“ gelten nach den Kriterien des gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) demnach Gebiete, in denen weniger als 100 Einwohner pro Quadratkilometer wohnen. Um das zu ermitteln, werde um jedes Krankenhaus in Deutschland jeweils ein Kreis gezogen, der die Grenze „Bevölkerung fährt durchschnittlich maximal 30 Minuten in dieses Krankenhaus mit einem Auto“ markiert. Innerhalb dieses Gebiets liegt die statistische Einwohnerdichte nach Angaben Bernards um das Krankenhaus Soltau bei 80 Einwohnern pro Quadratkilometer. Im entsprechenden Zirkel ums Krankenhaus Walsrode hingegen leben 115 Einwohner pro Quadratkilometer. Zudem müssten im Bereich Soltau 58 000 Einwohner innerhalb dieses Gebietes länger in ein anderes Krankenhaus fahren, falls das dortige Krankenhaus geschlossen werden würde. In Walsrode wären es lediglich 14 049 Bewohner.
Chirurgie ist ein Kriterium für die Gewährung des Zuschlags
Zudem müsse das Krankenhaus, das diesen gesetzlichen Sicherstellungszuschlag ab 2020 erhält, ebenfalls nach Vorgaben des gemeinsamen Bundesausschusses, auch eines von drei Kriterien erfüllen. Ein Krankenhaus muss entweder: – die Fachabteilungen Chirurgie und Innere, – eine Geburtshilfe – oder sowohl Geburtshilfe und zwei weitere Fachabteilungen vorhalten. „Dadurch, dass der Standort Soltau des Heidekreis-Klinikums im Krankenhausplan mit Chirurgie und Innere ausgewiesen ist und zudem die Unfallchirurgie noch in diesem Jahr am Standort Soltau intensiviert wird, haben wir hier Punkt 1 erfüllt“, so die HKK-Sprecherin. Von allein fließen die Fördermittel aber nicht, betont Bernard. Das HKK werde von den Spitzenverbänden der Krankenkassen aufgefordert, ab 2021 alle chirurgische Leistungen anzuzeigen, die am Standort Soltau erbracht werden. Diese Daten seien für den Standort Soltau ein wichtiges Kriterium für eine weitere Gewährung eines Sicherstellungszuschlags. vo
Das Heidekreis-Klinikum erhält für das Soltauer Krankenhaus einen Sicherstellungszuschlag. Foto: vo